WINTER TOURISMUS JETZT

Millionen an Wintersportlern bringen unseren Skigebieten eigentlich Milliarden. Nicht in diesem Jahr. Aber wohin geht die Reise für den Wintertourismus in Österreich eigentlich wirklich?
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Foto: Michael Otto

Wie viele Urlauber zieht es diesen Winter überhaupt auf die Pisten in Österreich?

Gemessen an der Gesamtbevölkerung sind 33% der Österreicher Skifahrer, Snowboarder oder Langläufer. Die Schweiz kommt auf 37%, Tschechien auf Platz drei auf 22%. Die Nächtigungen stiegen zwischen November'19 und Jänner'20 gegenüber der Vorjahresperiode um rund fünf Prozent auf fast 33,5 Millionen (Statistik Austria). Die Steigerung bei den Nächtigungen durch Touristen aus dem Ausland war mit 5,9 Prozent (25,7 Millionen) fast doppelt so stark wie bei jenen aus dem Inland (3,1 Prozent). Neben Österreich sind es vor allem Deutschland und Holland, die wichtigen Herkunftsländer. Also, wir sprechen von vielen Ski-Begeisterten!

»Wir trennen uns nicht gerne von Vertrautem. Wir wollen Stabilität und Kontinuität.«

Aber so Hans-Peter Hutter: "Den Skisport, wie wir ihn jetzt da und dort noch kennen, spielt es nicht mehr lange. Alles andere sind Wunschvorstellungen, die mit der Realität nichts zu tun haben." Der Skitourismus wird alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist, zumindest zu verzögern. Hutter kann sich vorstellen, "dass man auch noch bei 20 Grad plus Schnee produzieren kann. Es wird halt eine Frage der Kosten und eine Frage der Ökologie." Macht es also Sinn für die nächsten 30 bis 50 Jahre für den Wintertourismus weitere Milliarden für den Skisport auszugeben? Oder ist die Frage, wie man ohne den Skisport attraktiv bleiben kann, für unsere Wintertourismus nicht essentieller?

Allein für die Wintersaison 2019/2020 gaben Österreichs Bergbahnen 754 Millionen Euro aus, so viel wie nie. Seit der Jahrtausendwende wurden gut eine halbe Milliarde Euro pro Jahr in neue Anlagen, künstliche Beschneiung und Angebotsoptimierung investiert. „Von nichts kommt nichts“, sagte dazu im letzten Jahr Seilbahnobmann Franz Hörl. Wie viele Bergbahngesellschaften wirtschaftlich überhaupt reüssieren ist offiziell nicht so bekannt. Aber das ein großer Teil der Bergbahnen so stark verschuldet ist, dass sie längst den Banken gehören, ist auch kein Geheimnis.

Gerade für unsere Tourismusbranche ist die Wintersaison mehr als wichtig. Aufgrund der Wellen der Infektionszahlen wird der Skibetrieb in dieser Saison kein vergleichbarer sein. Viele Tourismusbetriebe werden vermutlich über Weihnachten und Silvester gar nicht aufsperren, da die Situation einfach nicht einschätzbar, geschweige den planbar ist. Ausnahmen werden wie immer präsent sein- vermutlich Kitzbühel. Entschädigungen und Unterstützung sind gefragt, aber wie viel Geld kann die Republik noch ausschütten. Jede Österreicherin und jeder Österreicher trägt bereits zum heutigen Zeitpunkt Staatsschulden von 71.308 Euro pro Erwerbstätigen, man kann die Entwicklung auf der Website www.staatsschulden.at mitverfolgen. Wie sollen wir 310 Milliarden Staatsschulden samt den noch zu erwartenden Folgekosten des zweiten Lockdowns jemals zurückzahlen, fragt berechtigterweise der "Realwirtschaftler" Walter Schönthaler dazu die Bundesministerin Margarete Schramböck?

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