WIR SIND ALLE WIE EINS

Kein Mensch will mehr Maßnahmen der Politik und Debatten in den Medien folgen. Das Schwarz-Weiß-Denken führt zu Verordnungen und Diskussionen, die wir ungefähr so dringend brauchen wie einen Kropf.
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Der Graf - Frontman der Musikergruppe Unheilig
Foto: © Markus Felix

"Tausend Sprachen, eine Botschaft. Tausend Worte, ein Gefühl. Tausend Stimmen, eine Sehnsucht. Dieser Weg führt zum Ziel." - so eine Textpassage des gleichnamigen Liedes vom Album "Alles hat seine Zeit - Best Of Unheilig 1999 - 2014". Die Musikgruppe und ihr Sänger Der Graf sind in der Zeit des Schaffens von 1999 bis 2014 der Gothic-Szene entwachsen und zum Schlager-Genre mutiert. Was als Underground begann, tobte zum Schluss in Stadien, produzierte No.1 Alben am Band und erlangte eine hohe Medienpräsenz. Warum wir das erzählen?

Um bildlich zu zeigen, dass wir alle wieder "einfach" leben wollen! Es endlich Klarheit braucht, sinnvolle Ideen und eine tragbare Umsetzung für alle! Kein Mensch will mehr den zigfachen Ad-hoc-Maßnahmen der Politik und täglich angstmachenden Debatten in den Medien folgen. Es führt immer mehr zum Schubladendenken einer ganzen Gesellschaft. Und Schwarz-Weiß-Denken führt zu Verordnungen und Diskussionen, die wir ungefähr so dringend brauchen wie einen Kropf.

Wie auch Meinungen dazwischen zulassen?

Die gute Nachricht: Jeder von uns kann etwas dafür tun, verhärtete Fronten in einen konstruktiven Dialog zu verwandeln. Indem er andere in ihrer Andersartigkeit gelten lässt und beide Seiten einer Medaille zu gleichen Teilen akzeptieren kann. Wer widersprüchliche Handlungen erträgt und die Vielschichtigkeit des Lebens als Bereicherung ansieht, hat das verstanden.

Grautöne auszuhalten, ist während Krisen besonders schwer, Aber eine eigene Einschätzung von Realität für uns selbst zu finden und überall dort, wo die Informationen unterschiedliche Interpretationen zulassen, diese Mehrdeutigkeiten auszuhalten, sollte doch machbar sein. Das gelingt den einen besser, den anderen schlechter. Politik und Medien aber haben den Auftrag Vertrauen zu schaffen. Vertrauen ist die Essenz von Beziehungen und Gewohnheiten. Nur, ist dem so?

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IHRE MEINUNG

Welchen guten Vorschlag zum konstruktiven Dialog haben Sie?

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