IST TIROLS TOURISMUS AM SCHEIDEWEG?

Der Rekord von knapp 50 Millionen Gäste-Nächtigungen im Jahr 2019 wäre wahrscheinlich ein Jahr später erneut gebrochen worden. Doch ein Virus hat diesem Weg plötzlich ein jähes Ende gesetzt. Wie geht es nun weiter? Fragen, auf die der Businessclub Club Tirol mit einer hochkarätig besetzen Diskussionsrunde nach Antworten gesucht hat.

Jeder dritte Euro wird in Tirol direkt oder indirekt in der Tourismuswirtschaft verdient, nahezu jeder vierte Arbeitsplatz wurde bisher in diesem Bereich geschaffen. Der touristische Konsum aller Gäste und Besucher lag 2019 bei rund 10 Milliarden Euro.

Sorge bereiten Fragen zu strukturellen Veränderungen. Etwa jene, ob Familienbetriebe weiterhin die zentrale Betriebsstruktur sein werden und ob die Jungen angesichts der unsicheren Lage das Zepter überhaupt übernehmen werden. Grundsätzlich zeigt sich Prof. Hubert Siller vom MCI Innsbruck optimistisch, dass die „Ferienbranche“ die Krise überwinden werde. Denn „das Produkt Bergurlaub passt ja an sich.“

Kleinen Privatzimmervermieter sowie den großen Betriebe gehe bei der Liquidität aber „langsam die Luft aus“, so Thomas Reisenzahn von der Prodinger Tourismusberatung. Bis zu 20 Prozent aller Fachkräfte verlassen die Branche. So die Qualität in der Gästebetreuung halten zu können, werde schwierig. Generell Gäste wieder für längere Aufenthalte zu gewinnen, ist seine Meinung.

Stanglwirt-Hotelierin Elisabeth Hauser-Benz, mit zuletzt 130.000 Nächtigungen und einer Ganzjahresauslastung von 92 % extrem erfolgreich, hält 230 Mitarbeiter in Kurzarbeit, 30 Mitarbeiter sind für die laufenden notwendigen Arbeiten im Betrieb angestellt. Hohe Qualität gepaart mit Regionalität und Nachhaltigkeit sind für sie der Weg nach vorne.

Ob Corona für die gesamten Branche einen nachhaltigen Wandel bringen werde, das „wage ich nicht zu sagen - die Menschen vergessen schnell,“ hält Josef Schirgi vom TVB Serfaus noch fest. Mehr dazu auf: clubtirol.net

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