ALLES WIRD SCHLIMMER

Diesen Satz hören wir ständig. Und er ist grundfalsch. Ja, es stimmt, dass es viele schlimme Dinge auf der Welt gibt. Nach einem Jahr Pandemie mutieren nicht nur die Viren, sondern auch die Gefühle.

Der Terrorismus nimmt zu. Die Überfischung und die Verschmutzung der Meere sind reale Probleme. Das Polareis schmilzt. Der Meeresspiegel wird ansteigen. Dass dies mit den Treibhausgasen zusammenhängt, die von den Menschen in die Atmosphäre abgegeben werden, ist auch klar. Komplexe Systeme mit abstrakten Anlagen - wie die Immobilien-, Finanz- oder Technikmärkte der vier Giganten: Amazon, Apple, Facebook und Google, die uns eine illusionäre Sicherheit suggerieren, aber niemand richtig versteht - tragen das Risiko von Krise bis hin zum Zusammenbruch, wie 2007 am amerikanischen Immobilienmarkt.

Um auf diesem Planeten finanzielle Stabilität, Frieden und den Schutz der natürlichen Ressourcen zu gewährleisten, bedarf es internationaler Zusammenarbeit, die auf einem gemeinsamen und faktengestützten Verständnis der Welt beruht. Das mangelhafte Wissen über die Welt, das so häufig anzutreffen ist, ist daher das beunruhigendste Problem von allen. Wie sich gerade auch bei Covid zeigt.

Schwieriger ist es, das Gute zu sehen: Über unzählige Verbesserungen wird nicht berichtet. Grundlegenden Verbesserungen, die zu einer Veränderung der Welt führen, die aber zu langsam, zu fragmentiert oder für sich genommen zu wenig bedeutsam sind, um als berichtenswert eingestuft zu werden. Aber das heimliche stille Wunder des menschlichen Fortschritts, gibt es. Vielleicht auch bald eine redaktionelle Glückspille für die großen Medien, um statistischen Daten eine emotionale Seele für inspirierende Lesegeschichten einzuhauchen, damit sie die Stimmung aufhellen, für eine positivere Weltsicht.

Der Wissenschaftler Hans Rosling veröffentlichte 2018 genau aus diesem Grund in einem Gastbeitrag der Frankfurter Allgemeine 32 gute Botschaften, wobei er sich nur auf Fakten konzentrierte. Sie sollen uns klarmachen, dass selbst in Momenten der Sorge stets positive Dinge auf der Welt geschehen.

Natürlich haben wir weiterhin Grund, uns Sorgen zu machen. Solange es Flugzeugabstürze, vermeidbare Kindersterblichkeit, Leugner des Klimawandels, chauvinistische Männer, verrückte Diktatoren, Giftmüll und eingesperrte Journalisten gibt und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts keine Berufsausbildung machen dürfen, können wir uns nicht entspannt zurücklehnen. Doch es ist ebenso lächerlich und ebenso belastend, einfach die Augen vor dem Fortschritt, der erzielt wurde, zu verschließen.

Was meinen Sie? Schreiben Sie uns doch einfach wieder: lustundleben.at/kontakt.

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