UNSERES GLÜCKES SCHMIED

Zu viel des Guten oder Weniger ist mehr

Die Veranlagung zum Glücklichsein ist zu etwa 50 Prozent von unseren Genen bestimmt. Die Lebensumstände machen rund zehn Prozent aus. Die restlichen 40 Prozent haben wir selbst in der Hand. Und wie nehmen wir es in die Hand?

Nun, indem wir die Finger genau dorthin legen, wo wir uns immer selbst übers Ohr hauen. Wie es schon Paul Watzlawick 1983 in seinem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ so treffend als Best-of menschlicher Verhaltensweisen niederschrieb, geht es darum, dass wir uns dieser eigenen Verhaltensweisen bewusst werden und dann versuchen sie zu vermeiden. Eine wichtige Anleitung handelt vom „Mehr desselben“ – laut Watzlawick eines der erfolgreichsten und wirkungsvollsten Katastrophenrezepte, das sich über Jahrmillionen herausgebildet und zum Aussterben ganzer Gattungen geführt hat.

Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“ Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher sei, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: "Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“

Finden Sie das absurd? Wenn ja, suchen auch Sie am falschen Ort. Der Vorteil ist nämlich, dass eine solche Suche zu nichts führt, außer zu „mehr desselben“, also zu nichts. Die Pandemie wird noch lange andauern!

In Zeiten, wo die täglichen Corona-Nachrichten zu negativen Schreckensmeldungen verkommen, die Pandemie in den Medien ein spektakuläres, dramatisches Ereignis ist, die Defizite in der Kommunikation der Regierung prekär sind und so immer mehr Angst und Unsicherheit schüren – dann ist es zu viel des Guten!

„Bad news are good news“ sind leider ein journalistisches Grundprinzip. Unser Medienkonsum – bis auf die Schlafenszeit – findet fast pausenlos statt. Und unser Gehirn interpretiert die psychologische Wahrnehmung der Nachrichten im Missverhältnis von positivem und negativem Denken. Negative Ereignisse werden massiv überbewertet und positive faktisch ignoriert. Unser Gehirn ist nicht in der Lage, Informationen in die richtigen Relationen zu bringen, besonders wenn Sensationshascherei, effektheischende Flunkereien und Übertreibung das Programm sind – dann ist weniger mehr!

Wie bereits in unseren letzten Ausgaben appellieren wir an mehr Bescheidenheit und Haltung. Nehmen wir es doch selbst in die Hand – mit Disziplin und Achtsamkeit! Auch dieses Heft steht auf www.lustundleben.at zum Download zur Verfügung und vielleicht finden Sie ihren persönlichen Glücksbotenstoff beim Lesen.

Viel Freude beim Lesen, Ihr „Lust & Leben“-Team

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