MYTHOS UND GYROS

Die Küche Griechenlands ist ein weiter und durchaus reizvoller Kosmos, wenn man ihn abseits der touristischen Trampelpfade erkundet.
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Foto: Sarah Langoth

Zuerst einen griechischen Salat (Choriatiki) oder Tsatsiki. Dann einen gegrillten Fisch. Zum süßen Abschluss vielleicht noch ein paar Loukoumades. Diese Gerichte findet man in jeder Taverne der Ägäis. So stellen sich viele Urlauber die griechische Küche vor und schwärmen davon, wie gesund und wohlschmeckend das Essen am Mittelmeer sei. Zweifellos hat man an den Küsten seit jeher Fisch gegrillt, und das Nationalgericht „Griechischer Salat“ haben wohl schon die „alten“ Griechen gegessen – allerdings ohne Tomaten, denn die kannte man in Europa damals ja noch nicht. Über die Entwicklung der unterschiedlichen Regionalküchen
Griechenlands ist bei uns jedoch herzlich wenig bekannt. Deren Besonderheiten wurden in den letzten Jahren vor allem vom Aufkommen des Massentourismus auf den Inseln überdeckt, der ökonomisch für Aufschwung sorgte und Devisen ins Land brachte. Ökologisch betrachtet war der Massentourismus jedoch eine mittlere Katastrophe, weil zahlreiche Ökosysteme zerstört wurden. Das gilt besonders für das Meer. Die Ägäis ist heute – so wie viele Teile des Mittelmeers – leergefischt.

Die Schattenseiten des Massentourismus

Wenn allabendlich tausende Touristen in die „Fressmeilen“ von Kos oder Skiathos pilgern, wollen viele von ihnen ihre Sehnsucht nach griechischem Essen mit Fisch stillen. Was sie nicht wissen: Dieser wird zumeist tiefgefroren aus dem Nordatlantik eingeflogen, denn in der Ägäis wird kaum noch gefischt. Selbst so einfache Gerichte wie der Griechische Salat haben in Tourismushochburgen viel von ihrem einstigen Reiz verloren. Die Tomaten wachsen nicht mehr „hinter dem Haus“, sondern kommen von Großbetrieben
am Festland. Mitunter wird sogar der klassische Feta-Käse durch billigeren „Hirtenkäse“ aus niederländischer Kuhmilch ersetzt, der auch in griechischen Supermärkten erhältlich ist.

Gyros und Souvlaki sind zwar zweifellos griechische Gerichte, doch hat der Verzehr von Schweinefleisch früher nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Traditionellerweise wurde nur zu Weihnachten ein Schwein geschlachtet. Heute wird über die Hälfte des Schweinefleisches aus Nordeuropa importiert. Wenn schon Fleisch, dann hat man in Griechenland bevorzugt Lamm oder Ziege verwendet. Das Kochen mit Olivenöl hat eine lange Tradition. Dass man zu jedem zweiten Gericht Pommes frites serviert, hingegen nicht. Der schlechte Ruf, den die griechische Küche unter Feinschmeckern hat, ist also durchaus berechtigt.

Doch wie schaut es mit der „echten“, der traditionellen griechischen Küche eigentlich aus, und wie hat sich diese – abseits des Massentourismus – in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Die Ernährungswissenschafterin Sarah Langoth hat ihre Masterarbeit genau dieser Frage gewidmet und die Entwicklung des Essens auf der vom Massentourismus weitgehend verschont gebliebenen Insel Samothraki untersucht.

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Foto: Sarah Langoth
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Ziegen haben auf Samothraki jede Menge Auslauf, bevor sie am Grill landen.

Sowohl Gemüse als auch das Brot in der Bäckerei wird hier in Holzöfen gebacken.

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Gesund und gut: Wildgemüse auf Samothraki und Inselbier

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